Möglicher bevorstehender Ausbruch / Potential Eruption / Unrest


Bevorstehende drohende Vulkanausbrüche kündigen sich in der Regel durch mehrere Indizien an und ereignen sich somit selten völlig überraschend. Verschiedenste Anzeichen weisen auf einen möglicherweise bevorstehenden Ausbruch hin. Die Häufigkeit und Stärke von Erdbeben nimmt zu, die Epizentren steigen aus der Tiefe an. Die Temperatur des Vulkangesteins sowie von Wasser- und Gasquellen steigen an und die chemische Zusammensetzung der austretenden Gewässer und Gase verändern sich. Tiere flüchten instinktiv vor einem Vulkanausbruch. Die Flanken eines Vulkans wölben sich auf, die Hangneigung nimmt zu. Nachfolgend eine Liste der Vulkane, bei welchen sich die Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch zeigen.


Reykjanes, Island, 140 m.

Am 24. Oktober 2023 begann eine intensive Phase seismischer Aktivität im Gebiet um die Ortschaft Grindavik und den Mount Thorbjorn. Es wurden zeitweise über 2'000 Erdstösse pro Tag registriert, welche am 25. Oktober 2023 eine Magnitude von 4,5 erreichten. Die Epizentren der Beben lagen in einer Tiefe zwischen 1,5 und 5 km entlang eines Spaltensystems. GPS- und Radar-Messdaten von Satelliten und Messstationen zeigten Hebungen des Geländes um mehrere Zentimeter, was auf das Eindringen von frischem Magma im Untergrund hindeutet. Es wurden auch erhöhte Schwefeldioxid-Emissionswerte gemessen, was ebenfalls darauf hindeutet, dass magmatische Prozesse für die Erschütterungen und begleitenden Warnsignale verantwortlich sind. Die 4'000 Einwohner der Orttschfat Grindavik wurden für unbestimmte Zeit evakuiert. In der Ortschaft haben sich mehrere Spalten geöffnet, aus welchen heisse Gase austreten. Am 26. November 2023 zeigen neueste Messungen, dass sich die Bodenhebungen deutlich verlangsamt haben und die Erdbebentätigkeit nachgelassen hat. Es deutet im Moment Einiges daraufhin, dass kein Ausbruch erfolgen wird.

Campi Phlegrei, Italien, 458 m

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Kanlaon, Philippinen, 2'435 m

Der Kanlaon ist der aktivste Vulkan der Philippinen. Der Stratovulkan bildet den höchsten Punkt der Insel Negros. Am 22. November 2023 wurden 15 vulkantektonische Erdbeben mit Magnituden zwischen 1,4 und 4,2 registriert. Die Epizentren der Beben lagen in maximal 2 km Tiefe unterhalb der Nordflanke des Vulkans. Seit 1. Mai 2023 wurde ein erhöhter Ausstoss von Schwefeldioxid registriert, welcher zuletzt am 14. November 2023 Werte von 1'017 Tonnen pro Tag erreichte. Seit März 2022, jedoch verstärkt seit Oktober 2023 werden Bodenverformungen insbesondere der südwestlichen Mittelhänge gemessen.

Mount Ruapehu, Neuseeland, 2'797 m

Der Mount Ruapehu ist der höchste Vulkan Neuseelands und der höchste Punkt der Nordinsel. Seit Mitte Oktober 2023 steigt die Temperatur des Kratersees. Ein neu installiertes Gasmessgerät zeigte zwar keine erhöhten CO2-Werte, jedoch änderte sich die Farbe des Kratersees von Grau zu Blaugrün, was auf chemische Veränderungen hindeutet. Auf der Oberfläche wurden treibende Schwefelflecken beobachtet. In den letzten Wochen intensivierte sich die Erdbebentätigkeit.

Mount St. Helens, USA,

Die von den zahlreichen installierten Messinstrumenten registrierten über 400 Erschütterungen innerhalb des Vulkangebäudes zeigen eine Intensivierung der Erdbebentätigkeit seit 15. Juli 2023. Es kann sich um tektonische Entspannungen im Vulkankomplex handeln, welche in unterschiedlichen Zeitintervallen mehr oder weniger zahlreich sein können. Von Ende August bis Anfang September 2023 ereigneten sich etwa 40 - 50 Erdbeben pro Woche. Im Vergleich dazu wurden in der Zeit seit dem letzten Ausbruch 2008 durchschnittlich nur 11 Beben pro Monat registriert. Das stärkste Ereignis war ein Beben mit einer Magnitude von 2,4 am 27. August 2023. Die Epizentren liegen in einer Tiefe von 4 bis 8 km unter dem Krater. Es wurden keine Bodendeformationen und keine Änderungen in der Gaszusammensetzung oder den Temperaturen in den heissen thermischen Quellen gemessen. Trotzdem handelt es sich bei der aktuellen Erdbebensequenz um die auffälligste seit 2008. Wesentlich grössere Ereignisse erfolgten 1988 bis 1992, 1995 bis 1996 und 1997 bis 1999. Keine dieser Sequenzen führte zu einem Ausbruch. Eine mögliche Ursache der Erschütterungen ist das Aufsteigen von neuem Magma aus dem unteren Krustenbereich in einer Tiefe von rund 25 km in . Sich langsam bewegende Magmaintrusionen in ein Reservoir in einer Tiefe von 4 bis 10 km führen sodann zu Erdbeben, welche zwar messabar, jedoch nicht spürbar sind und nicht zwingend zu einem Ausbruch führen müssen.

Kanarische Inseln, Spanien

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